Einspruch gegen Bußgeld, Punkte oder Fahrverbot prüfen

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Zu dicht aufgefahren?

Hier werden die wichtigsten Fragen zum Abstandsverstoß beantwortet

Wann genau liegt ein Abstandsverstoß vor?

Ein Abstandsverstoß (zum vorausfahrenden Fahrzeug) liegt grundsätzlich dann vor, wenn entgegen § 4 StVO der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug so klein ist, dass auch bei einem plötzlichen Bremsen des vorausfahrenden Fahrzeugs ein sicheres Halten nicht möglich ist.

Als Faustformel für einen ausreichenden Abstand gilt die Hälfte der angezeigten Geschwindigkeit auf dem Tacho in Metern. Eine Unterschreitung des Sicherheitsabstandes stellt jedoch grundsätzlich nur dann eine Ordnungswidrigkeit dar, wenn der Abstandsverstoß nicht nur ganz vorübergehend vorliegt.

Ein Seitenabstandsverstoß liegt vor, wenn entgegen § 5 Abs. 4 StVO ein ausreichender Seitenabstand nicht eingehalten wird.

Es sind folgende Abstände je nach Verkehrsteilnehmer einzuhalten:

  • bei mehrspurigen Verkehrsteilnehmern (z.B. andere PKW) mindestens 1 m
  • bei einspurigen Verkehrsteilnehmern (Fahrräder) mindestens 1,5 m
  • bei stehenden Schul- oder Linienbussen sogar 2 m.

Welcher Sicherheitsabstand ist außerorts einzuhalten, z. B. der Autobahn?

Der Abstend ist grundsätzlich dann ausreichend, wenn dieser die Hälfte dessen beträgt was als Geschwindigkeitswert auf dem Tacho angezeigt wird. Bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h etwa, ist bei normalen Witterungsverhältnissen daher ein Mindestabstand von 60 m einzuhalten. Sind die Witterungsverhältnisse schlecht, ist der Abstand (wie auch die Geschwindigkeit) entsprechend anzupassen, sodass ein sicheres Bremsen möglich ist.

Welcher Sicherheitsabstand ist innerorts einzuhalten?

Anders als außerorts gilt innerorts (bei 50 km/h) die Faustformel, wonach der Abstand eine Sekunde zum vorausfahrenden Fahrzeug betragen muss, also die Strecke, die das nachfolgende Fahrzeug in einer Sekunde durchfahren muss, um auf der Höhe des vorausfahrenden Fahrzeugs anzukommen.

Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h entspricht der Abstand somit 15 m.

Gibt es spezielle Regelungen zum vorgeschriebenen Sicherheitsabstand bei schlechten Wetterverhältnissen?

Spezielle Regelungen zum vorgeschriebenen Sicherheitsabstand bei schlechten Wetterverhältnissen gibt es nicht. Hier gilt die Grundregel, wonach der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug so groß sein muss, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn plötzlich gebremst wird. Der Abstand und die gefahrene Geschwindigkeit sind daher auf die entsprechenden Wetterverhältnisse anzupassen.

Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann (§ 3 Abs. 1 StVO).

Mindestabstand für Lkw

Für Lkw (über 3,5 t) oder Kraftomnibusse gilt auf Autobahnen bei einer Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h grundsätzlich ein Mindestabstand von 50 m zum vorausfahrenden Fahrzeug. Ein Verstoß hiergegen wird mit einer Geldbuße in Höhe von 80,00 € geahndet. Soweit der Lkw (über 3,5 t) gefährliche Güter transportiert oder sich im Kraftomnibus Fahrgäste befinden wird ein Verstoß mit 120,00 € geahndet.

Welche Staffelungen gibt es bzw. wie hoch sind die Bußgelder?

Die Höhe der Geldbuße bei Abstandsverstößen hängt sowohl von der gefahrenen Geschwindigkeit als auch von dem tatsächlichen Abstand ab.

Abstandsverstöße bei Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h werden grundsätzlich mit einer Geldbuße in Höhe von 25,00 € geahndet. Bei Hinzutreten einer Gefährdung der Insassen des vorausfahrenden Fahrzeugs erhöht sich diese auf 30,00 €. Kam es zu einer Sachbeschädigung, beträgt die Geldbuße 35,00 €. Es werden jeweils keine Punkte im Fahreignungsregister (FAER) eingetragen.

Abstandsverstöße bei Geschwindigkeiten ab 81 km/h werden entsprechend folgender Tabellen geahndet:

Geschwindigkeit von 81 km/h bis 100 km/h

Abstand betrug weniger als
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Abstand betrug weniger als:
5/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
75 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand zum betrug weniger als:
4/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
100 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
3/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
160 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
2/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
240 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
1/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
320 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-

Geschwindigkeit von 101 km/h bis 130 km/h

Abstand betrug weniger als
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Abstand betrug weniger als:
5/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
75 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand zum betrug weniger als:
4/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
100 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
3/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
160 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
1 Monat
Abstand betrug weniger als:
2/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
240 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
2 Monate
Abstand betrug weniger als:
1/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
320 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
3 Monate

Geschwindigkeit von mehr als 130 km/h

Abstand betrug weniger als
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Abstand betrug weniger als:
5/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
100 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand zum betrug weniger als:
4/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
180 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
3/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
240 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
1 Monat
Abstand betrug weniger als:
2/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
320 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
2 Monate
Abstand betrug weniger als:
1/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
400 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
3 Monate

Geschwindigkeit von 81 km/h bis 100 km/h bei kennzeichenpflichtigen Kraftfahrzeugen mit gefährlichen Gütern und bei Kraftomnibussen mit Fahrgästen

Abstand betrug weniger als
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Abstand betrug weniger als:
5/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
112,50 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand zum betrug weniger als:
4/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
150 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
3/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
240 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
2/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
360 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
1/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
480 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-

Geschwindigkeit von 101 km/h bis 130 km/h bei kennzeichenpflichtigen Kraftfahrzeugen mit gefährlichen Gütern und bei Kraftomnibussen mit Fahrgästen

Abstand betrug weniger als
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Abstand betrug weniger als:
5/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
112,50 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand zum betrug weniger als:
4/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
150 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
3/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
240 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
1 Monat
Abstand betrug weniger als:
2/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
360 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
2 Monate
Abstand betrug weniger als:
1/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
480 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
3 Monate

Geschwindigkeit von über 130 km/h bei kennzeichenpflichtigen Kraftfahrzeugen mit gefährlichen Gütern und bei Kraftomnibussen mit Fahrgästen

Abstand betrug weniger als
Bußgeld
Punkte
Fahrverbot
Abstand betrug weniger als:
5/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
150 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand zum betrug weniger als:
4/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
270 Euro
Punkte:
1 Punkt
Fahrverbot:
-
Abstand betrug weniger als:
3/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
360 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
1 Monat
Abstand betrug weniger als:
2/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
480 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
2 Monate
Abstand betrug weniger als:
1/10 des halben Tachowertes
Bußgeld:
600 Euro
Punkte:
2 Punkte
Fahrverbot:
3 Monate

Wie werden Abstandsverstöße festgestellt?

Unterschieden wird zwischen standardisierten und nicht standardisierten Abstandsmessverfahren.

Unter einem standardisiertem Abstandsmessverfahren ist ein durch Normen vereinheitlichtes technisches Verfahren zu verstehen, bei dem die Bedingungen seiner Anwendbarkeit und sein Ablauf so festgelegt sind, dass unter gleichen Voraussetzungen gleiche Ergebnisse zu erwarten sind, wobei nicht ein vollautomatisiertes, menschliche Handhabungsfehler praktisch ausschließendes Verfahren stattfinden muss. Drei standardisierte Messverfahren zur Feststellung von Abstandsverstößen sind derzeit im Einsatz:

  • VAMA - Verfahren (Video-Abstands-Messanlage)
  • VIDIT VKS 3.1
  • ViBrAM-BAMAS

Soweit mit einem dieser drei Messverfahren gemessen wurde, hat dies zur Folge, dass eine Verteidigung gegen die Messung selbst nur dann erfolgversprechend ist, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine Fehlerhaftikeit vorliegen. Sind solche nicht erkennbar, ist es für das überprüfende Gericht ausreichend, wenn es im Urteil angibt, welches (standardisierte) Messverfahren im Einsatz war, welches Messergebnis der Messung zugrunde liegt und welche Toleranz berücksichtigt wurde.

Soweit der Abstandsverstoß mit einem anderen als einem der drei oben genannten Messsysteme festgestellt wurde, liegt eine nicht-standardisierte Messung vor (z.B. Police-Pilot, Schätzung). Hier sind die Anforderungen, welche an die Verwertbarkeit der Messung zu stellen sind, bedeutend höher. Neben dem Messergebnis, des Toleranzabzuges sowie des eingesetzten Messgerätes sind Feststellungen zur Geschwindigkeit erforderlich sowie die Darlegung, dass nicht nur eine ganz vorübergehende Unterschreitung des Abstandes vorgelegen hat bzw. der Grund für die Unterschreitung des Abstandes.

Abstandsverstoß während der Probezeit

Beim erstmaligen Erwerb der Fahrerlaubnis, wird diese für die Dauer von zwei Jahren auf Probe erteilt (§ 2a Abs. 1 StVG). Begeht der Fahrerlaubnisinhaber in dieser Probezeit eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr steht, kann sich die Probezeit verlängern. Voraussetzung ist jedoch grundsätzlich, dass die Fahrerlaubnisbehörde zuvor die Teilnahme an einem sog. Aufbauseminar angeordnet hat. Ein Aufbauseminar wird durch die Fahrerlaubnisbehörde grundsätzlich bei Vorliegen einer schwerwiegenden oder bei Vorliegen zweier weniger schwerwiegender Zuwiderhandlungen angeordnet.

Abstandsverstöße, die bei Geschwindigkeiten von 81 km/h oder mehr festgestellt werden, stellen schwerwiegende Zuwiderhandlungen dar. Die Fahrerlaubnisbehörde wird daher dann ein Aufbauseminar anordnen mit der Folge, dass sich die Probezeit verlängert, wenn eine rechtskräftige Entscheidung der Bußgeldbehörde wegen eines Abstandsverstoßes vorliegt, wonach der Abstand bei einer Geschwindigkeit von 81 km/h (oder mehr) weniger als 5/10 des halben Tachowertes betragen hat.

Abstandsverstoß durch grundloses Bremsen oder Drängeln

Ja. Bremst der Vorausfahrende ohne besonderen Grund stark, sodass es zu einer Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs kam, wird dies mit einer Geldbuße in Höhe von 20,00 €. Kam es gar zu einem Unfall, beträgt die Geldbuße 30,00 €.

Ein dichtes Auffahren auf das vorausfahrende Fahrzeug ebenso wie ein „Ausbremsen“ ohne verkehrsbedingten Grund können den Straftatbestand der Nötigung gemäß § 240 StGB erfüllen. Erforderlich ist das Vorliegen einer körperlichen Zwangswirkung. Ob diese beim Auffahren oder Ausbremsen vorliegt, hängt freilich vom Einzelfall ab. Entscheidend ist die Intensität der Handlung (Art und Dauer der Einwirkung) und die entsprechende Wirkung beim anderen Verkehrsteilnehmer.

Mindestabstand ist bei Fahrradfahrern

Gemäß § 5 Abs. 4 Satz 2 StVO ist beim Überholen von Fahrradfahrern ein „ausreichender Seitenabstand“ einzuhalten. Die Rechtsprechung geht insoweit im Grundsatz von einem Mindestabstand von 1,5 m aus. Jedoch kann häufig ein größerer Abstand erforderlich sein, insbesondere etwa bei schlechten Fahrbahnverhältnissen oder starkem Wind.

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